Historisches Fechten neu2017Was ist Historisches Fechten?

Fechten wie die alten Meister.

Das Fechten gehört neben Boxen und Ringen zu den ersten sportlichen Wettbewerben der Menschheit. Heute denken wir beim Begriff "Fechten" zuerst an das olympische Wettkampffechten. In den Jahrhunderten vor den beiden Weltkriegen wurde das Fechten zweckmäßiger betrieben: das sogenannte Ernstfechten war zum Beispiel ein etabliertes Mittel zum Beilegen von Meinungsverschiedenheiten (wobei das Ernstfechten ein sportlicher Wettkampf war und sich klar vom sogenannten Kampfordal unterschied, welches bereits im 14. Jahrhundert vom Kaiser verboten wurde).

Neben dem Kriegseinsatz wurde das Fechten früher bereits als sinnvolle körperliche Ertüchtigung neben dem Turnen auch von der einfachen Bevölkerung betrieben und sportliche Wettkämpfe darin abgehalten.

Der Unterschied zwischen dem modernen Sportfechten und dem damaligen Sportfechten liegt in der Erhaltung kämpferischer Grundsätze im nicht tödlichen Wettkampf. Anders als im heutigen olympischen Fechten hatten der damalige Fechtsport und das Gefecht also die gleichen Regeln.
In den vergangenen Jahrhunderten haben unterschiedlichste Meister versucht, ihre Techniken schriftlich festzuhalten, um sie Schülern besser lehren zu können. Diese Fechtbücher bilden die Grundlage auf der die Bewegung des historischen Fechtens (international HEMA = historical european martial arts) versucht die kämpferischen Disziplinen Europas zu rekonstruieren. Im Gegensatz zur asiatischen Traditionspflege wurden die alten Techniken in Europa mit dem raschen technologischen Fortschritt der Industrialisierung immer weiter verdrängt. Einziges uns erhaltenes und gepflegtes Fragment der Künste der alten Meister ist das moderen Sportfechten.
Diese verlorenen Künste unterscheiden sich grundlegend von den Darstellungen der Unterhaltungskultur und sind in ihrer Ausführung zielführender.

Was erwartet euch bei uns?

Spaß an der Fechtkunst und ihrer Geschichte. Sportliche Betätigung in angenehmer und entspannter Atmosphäre.

Die Freifechter Gießen, als Abteilung des MTV 1846 Gießen, erarbeiten anhand des Inhalts der historischen Fechtbücher  eine lebendige Kampfkunst. Als Mitglied unserer Abteilung kann man sich aktiv an der historischen Arbeit mit den Fechtbüchern beteiligen oder auch schlicht unsere Interpretation von deren Inhalt in der sportlichen Anwendung erlernen.


Wir beschäftigen uns hauptsächlich mit den Quellen des Hochmittelalters (spätes 14. bis spätes 15. Jahrhundert) und der frühen Neuzeit (ab 1500). Diese lehren uns den Kampf mit dem langen Schwert (der klassischen zweihändig geführten Waffe der Ritter), dem Dussack (einer frühen Form des Säbels) und dem Rapier (welcher die moderne Entwicklung des Schwertes in der Neuziet ist).

Interessierte können sich gerne vorab mit dem Werk "Gründtliche Beschreibung der freyen Ritterlichen und Adelichen kunst des Fechtens" von Joachim Meyer oder dem Pseudo-Peter von Danzig Manuskript Cod.44.A.8 befassen, welche die Hauptquellen unserer Abteilung bilden. Ein Einstieg bei uns setzt allerdings keinerlei Vorkenntnisse voraus.

Die Freifechter freuen sich auf euch!

 

http://www.umass.edu/renaissance/lord/pdfs/Meyer_1600.pdf


http://wiktenauer.com/wiki/Pseudo-Peter_von_Danzig

 

Ansprechpartner:

Name: Janis Siedentopf
Funktion: Ansprechpartner Historisches Fechten
E-Mail:

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Name: Chris-Alexej Mareck
Funktion: Ansprechpartner Historisches Fechten
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Training:

Ort: Ludwig-Uhland-Schule, Aulweg 120, 35392, Gießen
Zeit:

Dienstag: 20:00 bis 22:00 Uhr

Freitag: 18:00 bis 20:00 Uhr