Von Philipp Kessler (Foto und Text) aus der Homepage der Gießener Allgemeinen

Rund 50 geladene Gäste erwiesen Ingrid Hubing, Vorsitzende des Turngaus Mittelhessen, am Sonntagvormittag im Alten Schloss Gießen die Ehre, als sie für ihre »langjährige und herausragende Leistung im Turngau Mittelhessen sowie für ihre außerordentlichen Verdienste rund ums Turnen« mit der Friedrich-Ludwig-Weidig-Plakette – der höchsten Auszeichnung des Hessischen Turnverbandes (HTV) – ausgezeichnet wurde.
Hubing, die seit über 50 Jahren ehrenamtlich tätig ist, bekam von einem ihrer Weggefährten die Ehrung verliehen: HTV-Ehrenpräsident Rolf-Dieter Beinhoff.

In seiner Laudatio verglich er die Geehrte mit dem Namensgeber der Auszeichnung, dem Pfarrer Friedrich-Ludwig Weidig aus Oberkleen, der – wie Hubing – Lehrer war und die von Turnvater Jahn begründete Bewegung seit ihren Anfangstagen im heimischen Raum unterstützte. Hubing, selbst Lehrer für Sport und inzwischen Schulleiterin an der Wiesecker Friedrich-Ebert-Schule, war neben ihren verschiedenen Ehrenämtern im MTV 1846 Gießen – ihrem Stammverein –, bei den TSF Heuchelheim und beim TSV Klein-Linden sowie innerhalb des Turngaus, des HTV, des Deutschen Turner Bundes (DTB) und im Sportkreis Gießen tätig.

»Ich verspreche euch, ich werde weiter missionieren für das Turnen und für viel Bewegung in jedem Alter«, lautet das Versprechen der im März scheidenden TG-Präsidentin, die sich gerührt zeigte von den Glückwünschen.

Bei den Glückwünschen von Stadt, Oberbürgermeisterin und Magistrat, überbracht von Stadträtin Monika Graulich (SPD) und Tobias Erben (Sportamt), sowie vom Stadtparlament, überbracht von Stadtverordnetenvorsteher Egon Fritz, brachte es keiner so auf den Punkt wie der stellvertretende Vorsitzende des TG Mittelhessen, Andre Speier: »Seit ich denken kann, gibt es eine Person, die den Turngau Mittelhessen verkörpert, und das ist Ingrid.«

 

Doch was sagt die Geehrte selbst zu ihrer Auszeichnung? Wir haben sie bereits einen Tag vorher in ihrem Haus in Klein-Linden besucht und mit ihr über Sport und die Vereinbarkeit von Ehrenamt, Beruf und Familie gesprochen.

Was verbinden Sie mit der Auszeichnung?
Hubing: Ich finde, ich kriege die Auszeichnung nicht allein, sondern mit all meinen Weggefährten. Ich freue mich natürlich darüber und dass es eine Veranstaltung für mich gibt. Es ist auch ein Wiederbesinnen auf das, was ich mein ganzes Leben gemacht habe. Aber die Auszeichnung ist nicht das Ende.

Was bedeutet der Begriff »Ehrenamt« für Sie?
Hubing: Es ist für mich selbstverständlich, dass ich ehrenamtlich tätig bin für das, was ich selbst in meiner Kinder- und Jugendzeit positiv erfahren habe. Ich habe durch das Turnen so viele positive Dinge auf den Weg bekommen, dass ich mir, als ich aufgehört habe, sagte, dass ich die Pflicht und Verantwortung habe, das weiterzugeben.

Welche Bedeutung hat der Sport für Sie?
Hubing: Das ist für mich ein Standbein in meinem Leben neben meiner Familie und meinem Beruf und dann eben die gesamte Turnsäule. Das ist einfach ein Teil meines Lebens.

Wie vereinbaren Sie Beruf, Familie und Ehrenamt miteinander?
Hubing: Heute ist es einfacher als es die ganzen Jahre gewesen ist. Es mit den Kindern damals zu vereinbaren, war schwierig. Ich habe sie mitgenommen, so weit es ging, und habe aber immer meine Mutter im Hintergrund gehabt, die – soweit es ihr möglich war – mir den Rücken freigehalten hat. Ich denke, meine Konzentrationsfähigkeit hat mir bei allem geholfen. Das ist eines meiner Talente.

In welcher Beziehung stehen für Sie Schule und Verein?
Hubing: Solange ich denken kann, habe ich für diese Beziehung missioniert. Doch die handelnden Personen tun sich schwer. Da müssen Berührungsängste abgebaut werden. Das ist ein weites Feld, was noch beackert werden muss, denn wenn die Vereine kein Standbein in die Schule bekommen, geht das Vereinsleben bergab.

Wie sieht es aus Ihrer Sicht mit dem Nachwuchs aus?
Hubing: Im Ehrenamt haben wir ein Problem, aber das ist nicht neu. Das ist ein gesellschaftliches Problem, dass die jungen Leute heute zu sehr gefragt sind im Job. Ich weiß auch nicht wie man das ändern soll. Die Turnerjugend ist toll aufgestellt. Wenn es aber in die Karriere geht, ist das schwer zu vereinbaren. Da haben wir im Turngau inzwischen die Alten wieder reaktiviert.

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